Andreaskirche


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Die St. Andreaskirche war vielleicht ursprünglich die Hauskapelle des inzwischen verschwundenen Bischofshofes. Sie diente auch als Ausweichkirche für den Dom. Ihren Namen (Patrozinium) hat sie auf ungeklärte Weise vom Dom übernommen, der ursprünglich (849) dem Hl. Andreas geweiht war. Erstmals erwähnt wurde die St. Andreaskirche 1220. Damals war sie schon eine Pfarrkirche, an der der Verdener Bischof Iso von Wölpe ein Chorherrenstift gründete. Ein Chorherrenstift ist eine klosterähnliche Gemeinschaft von Geistlichen, die mehrmals täglich zum Psalmgebet im Chor ihrer Kirche zusammenkommen. Solche Stifte hatten nicht selten in der Nähe eines Domes ihren Sitz und sollten den Ruhm und das Ansehen der eigentlichen Kathedrale erhöhen – so formuliert es auch die Verdener Stifungsurkunde von 1220. Bischof Eberhard von Holle führte um 1570 in Verden die Reformation ein; damit wurden Stift und Gemeinde lutherisch. Nach dem 30 jährigen Krieg hoben die Schweden als neue Landesherren das Stift auf; doch blieb St. Andreas Mittelpunkt eines großen Kirchenspiels. Im Zusammenhang mit dem Einbau einer Warmluftheizung werden 1969 die 1866 eingebauten Emporen der St. Andreaskirche ausgebaut und dabei das herrliche romanische Westwerk des Turmes freigelegt, das bis dahin von der alten Orgel verdeckt war. Außen wird das halbrunde Fachwerkgeschoß über dem Chor beseitigt und die alte Tür in der Choraußenwand geschlossen. Schäden am Gebälk und der Schieferdeckung des achteckig verzogenen Turmhelmes lassen sich nur durch ein völliges Auswechseln der Turmspitze beheben. Der neue Turmhelm wird 1984 nach historischem Vorbild schlank mit vier Graten ausgebildet und dauerhaft mit Kupfer gedeckt.
Quelle: www.andreasgemeinde-verden.de
Quelle: Edmund von Lührte – Die Stadtentwicklung Verdens im 19. und 20. Jahrhundert



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